Die Leute glauben, Glammer sei Glück. Doch mein Leben war nie einfach. Ich musste kämpfen gegen die Armut, gegen die Vorurteile, gegen mich selbst. Sopia Lauren, sie ist die letzte große Diva des italienischen Kinos. Eine Frau, deren Schönheit und Ausstrahlung das Publikum seit Jahrzehnten in ihren Band zieht.

 Sopia Lauren, ein Name, der für Eleganz, Stärke und Sinnlichkeit steht. Doch hinter den funkelnden Lichtern Hollywoods, hinter den rauschenden Festen in Rom, Kans und Los Angeles, verbirgt sich eine Lebensgeschichte, die von Leid, Verlust und unbändigem Überlebenswillen geprägt ist. Sopia Lauren wurde als Sopia Vilani Schikolone am 20.

 September 1934 in einem ärmlichen Krankenhaus am Rand von Rom geboren, mitten in einer der dunkelsten Epochen der europäischen Geschichte. Während die Welt am Rande des Zweiten Weltkriegs stand, kämpfte ihre Mutter Romilda, eine leidenschaftliche Musiklehrerin und gescheiterte Schauspielerin, ums nackte Überleben.

 Sopias Kindheit in Pozuoli, einem tristen Vorort von Neapel, war geprägt von Elend, Hunger und Scham. Der Vater Ricardo Schicolone, ein zwielichtiger Bauingenieur aus Gutem Hause, hatte sich früh aus dem Staub gemacht und ließ die kleine Sophia sowie ihre jüngere Schwester Maria als uneherliche Kinder zurück. In der damals tiefkatholischen italienischen Gesellschaft bedeutete dies Stempel der Schande.

L'intervista a Sofia Loren: "L'età è uno stato d'animo"

 Immer wieder wurde Sophia in der Schule als Bastard gehänselt. Sie spürte die Verachtung der Nachbarn. Die Familie war so bitterarm, daß sie zeitweise in einem winzigen, feuchten Zimmer ohne fließendes Wasser und Strom lebten. Oft gab es nur Brotkrumen und verdünnte Tomatensuppe. Manchmal nur eine einzige Kartoffel für vier Personen.

 Die Luft war erfüllt vom Lärm amerikanischer Bombenangriffe. Sophia erinnert sich, wie sie sich als Kind mit ihrer Mutter stundenlang im Keller versteckte, während draußen die Häuser zerbombt wurden. Promilder Sopias Mutter hatte einst einen Schönheitswettbewerb gewonnen, doch das große Glück blieb aus. Statt Karriere folgte das Elend. Ihre Liebe zu Ricardo wurde nie offiziell besiegelt. Die Hochzeit verweigert.

 Das gesellschaftliche Stigma und die tägliche Not trieben Romilder in die Depression. Ihre Beziehung zur Tochter war geprägt von Abhängigkeit, aber auch Eifersucht. Während Romilder in Sophia all ihre zerplatzten Träume projizierte, sehnte sie sich doch nach Anerkennung und Liebe. Sophia war früh gezwungen, Verantwortung zu übernehmen.

 Sie passte auf ihre Schwester auf, holte Wasser aus dem Brunnen, schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durchs Leben. Die Demütigung als unehrliches Kind, als hässliches Endlein wegen ihrer schlachsigen Figur, wegen der krummen Nase brannten sich tief in ihre Seele. Nach dem Krieg Italien in Trümmern stand Sophia mit 14 Jahren zum ersten Mal auf einer kleinen Bühne. Ihre Mutter meldete sie heimlich zu einem Schönheitswettbewerb an.

Dort wurde die unscheinbare, schüchterne Sophia zur Missel Eleganzer gewählt. Ein erster schüchter Schritt ins Rampenlicht. Doch der Weg nach oben war steinig. Die Männer in der Jury forderten mehr als nur ein Lächeln. Sophia lernte früh, dass Schönheit Macht, aber auch Gefahr bedeutet. Die Sehnsucht nach Liebe, Stabilität und Respekt begleitete sie wie ein Schatten.

 Ich wusste, dass ich anders war, dass ich kämpfen musste, um überhaupt gesehen zu werden. Jede Ablehnung, jede Beleidigung, jeder Hungerwinter, das alles hat mich stärker gemacht. Mit kaumzehn Jahren zog Sophia mit ihrer Mutter nach Rom, der ewigen Stadt, in der Hoffnung, dort endlich Glück zu finden.

 Sie lebten in einem schäbigen Zimmer, schlugen sich als Komparsin durch, standen für ein paar Liere stundenlang in der prallen Sonne bei Filmaufnahmen. Die großen Studios Sineita waren für Sophia wie das Paradies, aber auch ein Haifischbecken, in dem sich Produzenten, Regisseure und möchte gern Stars tummelten.

 Die junge Frau lernte schnell, wie brutal das Filmgeschäft sein kann. Wer sich nicht unterwirft, wer nicht lächelt, wer nicht die Erwartungen der Männerwelt erfüllt, wird aussortiert. Doch Sophia war z, stolz und nicht bereit, ihre Würde zu verkaufen. Bereits als Teenager verliebte sich Sophia in ältere mächtige Männer, die ihr Sicherheit versprachen.

Doch immer wieder erlebte sie Enttäuschung. Missbrauch, Abhängigkeit. Sie mußte lernen, zwischen echten Gefühlen und Kalkül zu unterscheiden. Eine Fähigkeit, die sie ihr ganzes Leben begleiten sollte. Die Jahre in Rom waren geprägt von Hunger, Demütigung, aber auch ersten kleinen Erfolgen. Sophia nahm Schauspielunterricht, kämpfte sich von winzigen Statistenrollen hoch.

Die Italiener liebten ihre sinnliche Ausstrahlung, ihre fast schon unanständige Schönheit, die aus den Narben der Kindheit erwachsen war. Doch noch immer fehlte die große Chance, noch immer lebte sie von der Hand in den Mund. Hinter der schillernden Fassade der Traumfabrik verbarg sich die bittere Reali.

 Die In frühen 1950ern war Tineita das Epizentrum des italienischen Films. Ein Magnet für Träumer, Abenteurer, Blender und Ausgebeutete. Für die junge Sophia inzwischen 15 bedeutete der Weg in die Studios am Rand von Rom ein Versprechen auf Glück und zugleich das Risiko alles zu verlieren.

 Sie war eine Außenseiterin, zu groß, zu kurvig, die Nase zu markant, die Stimme zu tief, weit entfernt von den klassischen Schönheitsidealen, die Regisseure und Produzenten suchten. Doch Sophia hatte etwas, das man nicht lernen konnte. Eine wilde, eigensinnige Ausstrahlung, ein Blick, der ebenso melancholisch wie feurig war. Sie meldete sich für alle Komparsenrollen, die sie ergattern konnte.

 Oft für ein paar Liere am Tag, ohne Mittagessen, ohne Versicherung, ohne Wertschätzung. Die Männerwelt, die diese Studios beherrschte, begegnete ihr mit Begehrlichkeit und Herlassung. Die bittere Wahrheit. Fast jede Frau, die damals in Chinichita Karriere machen wollte, wurde zu Gegenleistungen gezwungen.

 Sophia wusste, dass sie ihre Grenzen verteidigen musste. Nicht immer gelang ihr das. Später wird sie sagen, ich habe gelernt, höflich zu bleiben, selbst wenn ich vor Angst gezittert habe. Ich habe gelächelt, wenn ich am liebsten geschrienen hätte. Häufig begegnete sie Männern, die ihr viel versprachen. Doch was sie wirklich wollten, war meist etwas anderes.

 Es waren demütigende Situationen, geprägt von Ohnmacht und Scham, aber Sophia blieb widerständig. Meine Mutter hat mir beigebracht. Du kannst alles verlieren, nur deine Würde nicht. Sopia wurde als Nebendarstellerin gebucht, dann als Model für billige Zigaretten und Seifenreklamen. Ihr Bild war plötzlich überall in Rom. Doch berühmt war sie nur für ihr Gesicht, nicht für ihr Talent.

 Sie konkurrierte mit dutzenden anderer junger Frauen um winzige Rollen, wurde nach Belieben gecastet und wieder aussortiert. Die Erinnerung an die Armut in Pozuoli ließ sie ausharren, jeden Tag aufs Neue. Schon als Teenager machte sie Erfahrungen, die ihr Leben prägten. Sie lernte sich zu verteidigen und zu vermarkten, ohne sich selbst zu verlieren. Der Preis war hoch.

Mit 90 bricht Sophia Loren endlich ihr Schweigen und schockiert die Welt -  YouTube

 Es gab Tage, an denen ich nach Hause kam. Das Gesicht voller Make-up, das Herz voller Angst. Mit 16 bekam sie ihre erste Sprechrolle. eine Nebenfigur in einem belanglosen Musikfilm. Die Presse ignorierte sie, doch Sophia spürte, sie war angekommen.

 Bald folgten weitere Auftritte, meist als das schöne Mädchen aus dem Süden, selten mit echten Dialogen. Sie wurde reduziert auf ihre Kurven, ihr Lächeln, ihre Sinnlichkeit. Die Kollegen machten sich lustig über ihren neapolitanischen Akzent und nannten sie spöttisch La Lorena. Die Loren verschnitt. Die Begegnung mit Carlo Ponti. Liebe, Macht, Abhängigkeit. Alles änderte sich, als Sophia dem mächtigen Filmproduzenten Carlo Ponti begegnete.

 Er war über 20 Jahre älter, einflussreich, charmant und verheiratet. Für Sophia war er zunächst eine Vaterfigur, ein Mentor. Doch schnell entstand eine gefährliche Dynamik aus Bewunderung, Abhängigkeit und verbotener Liebe. Pont sah das Potenzial in Sophia. Er gab ihr nicht nur bessere Rollen, sondern verhalf ihr auch zu einer neuen Identität.

 Er änderte ihren Künstlernamen von Sophia Lazaro zu Sopia Loren, damit man ihn auf jedem Kinoplakat lesen konnte. Pont kontrollierte jedes Detail von ihrem Haarschnitt bis zu ihrer Kleidung, von der Auswahl der Rollen bis zur Publicity. Sophia war dankbar und zugleich gefangen in einem Netz aus Loyalität und Schuldgefühl.

 Die Klatschpresse begann sie als die Geliebte des großen Ponti zu defamieren. In einer Zeit, in der Scheidung in Italien verboten war, galt eine solche Affäre als Skandal. Viele Kolleginnen beneideten sie um den mächtigen Förderer. Doch was niemand sah, hinter verschlossenen Türen tobten Dramen. Ponti war eifersüchtig, fordernd, kontrollierend.

 Sopia liebte ihn, doch sie wusste, dass sie gesellschaftlich geächtet werden würde, sollte ihre Beziehung publik werden. Sie lebten jahrelang im Verborgenen, versteckten sich vor Paparazzi, Freunden und sogar vor der eigenen Familie. Mit Pontis Hilfe schaffte Sophia Loren endlich den Sprung zu Hauptrollen. Sie wurde zur Ikone des italienischen Neorealismus, arbeitete mit Regisseuren wie Vittorio Desa und Dino Risi.

 Ihre Filme La Favorita, Afrika unter heißer Sonne, Hausboot machten sie berühmt, doch der Preis war hoch. Die Produzenten gaben ihr zwar die Hauptrollen, ließen aber keine Gelegenheit aus, sie als Liebhaberin Pontis zu bezeichnen. Viele Kollegen mieden sie, besonders die Frauen.

 Gleichzeitig wurde Lohren Opfer von Intrigen, Neid und offener Feindseligkeit. Besonders bitter, die katholische Kirche verurteilte sie öffentlich als Sünderin. Italienische Zeitungen veröffentlichten heimlich geschossene Fotos von Sopia und Ponti. mit beleidigenden Überschriften.

 Sie wurde zur Projektionsfläche für moralische Empörung, zum gefährlichen Vorbild für junge Frauen. Sopia fühlte sich isoliert und missverstanden. Ihre Familie in Pozuoli wurde in der Heimat beschimpft. Die Mutter verlor Freunde, die Schwester wurde ausgegrenzt. Sophia, man hat mich bespuckt, beleidigt, für alles schlechte verantwortlich gemacht, was in Italien passiert ist. Dennoch weigerte sie sich aufzugeben.

 Sie kämpfte für ihre Liebe, für ihre Karriere und zahlte einen hohen Preis. Ihre Beziehung zu Ponti blieb über Jahre ein öffentliches Geheimnis, das sie wie ein Schatten begleitete. Hollywood, Glanz, Machtspiele und neue Erniedrigungen. Mitte der 1950ern begann Sophia Lauren ihren internationalen Siegeszug. Sie erhielt ein Angebot aus Hollywood.

 drehte Filme mit Carry Grant, Frank Sinatra, Marlon Brando und Clark Gable. Die amerikanische Presse feierte sie als exotische Schönheit, als neapolitanische Venus, doch auch hier war der Preis hoch. Hollywood in den 50ern war ein Haifischbecken.

 Casting Couches, sexuelle Belästigung und systematische Ausbeutung junger Frauen gehörten zum Alltag. Sophia wurde von berühmten Regisseuren und Schauspielern angebuggert, mußte sich gegen Avancen und Machtspiele wehren. In Interviews schwieg sie lange darüber. Erst später sprach sie offen über die Demütigungen und Übergriffe, die sie auch in den USA erlebte. Besonders schmerzhaft, die Affäre mit Carry Grant, der ihr ewige Liebe versprach, obwohl beide wussten, dass daraus nichts werden konnte.

Grant war einfühlsam, kultiviert, charmant und doch in der Hollywood Maschinerie gefangen. Die Beziehung zu Ponti wurde zum internationalen Skandal. Die Boulevardpresse schlachtete jedes Gerücht aus. Sopia war zerrissen zwischen Leidenschaft und Loyalität. Sie wußte, jeder Fehltritt, jedes Skandälchen könnte das Ende ihrer Karriere bedeuten.

 Sie beschloss Hollywood nicht zu trauen und kehrte immer wieder nach Italien zurück, wo sie die Kontrolle über ihr Leben zumindest teilweise behalten konnte. Opfer des eigenen Erfolgs, Einsamkeit und Kontrollverlust. Mit dem Ruhm kam die Einsamkeit. Sophia Laoren war ständig auf Reisen, lebte zwischen Hotels, Studios und Flugzeugen. Freunde hatte sie kaum noch. Echte vertraute erst recht nicht.

 Die Einsamkeit wog schwer, der Druck wuchs ins Unermessliche. Sie entwickelte Panikattacken, litt unter Schlaflosigkeit und Heimweh. Immer wieder wurde sie öffentlich als Metresse beschimpft, als Skandalnudel, als Verräterin an den Werten Italiens. Privat wurde die Situation unerträglich. Ihre Liebe zu Ponti wurde auf eine harte Probe gestellt, als dieser, verzweifelt von der Kirche unter Druck gesetzt, sogar ins Exil nach Frankreich ging, um eine Anklage wegen Bigami zu entgehen. Sophia folgte ihm.

 Trotzte der öffentlichen Demütigung stand zu ihrer Liebe. Doch der Preis blieb hoch. Sopia war in Italien Persona. In Amerika nur ein exotischer Gaststar. nirgends wirklich zu Hause. Sie begann ihre Gefühle in die Arbeit zu stürzen, arbeitete unermüdlich, um den inneren Schmerz zu betäuben.

 Die Filmindustrie der 1950ern und 1660er Jahre war ein Paradies für Männer und eine Falle für Frauen. Sophia Loren wurde zum Inbegriff des Sexsymbols ständig vermarktet, sexualisiert, reduziert auf ihren Körper. Sie mußte Interviews über ihr Liebesleben, ihre Maße, ihre exotischen Kurven ertragen.

 Viele Regisseure forderten mehr Nacktheit, mehr Unterwürfigkeit. Sopia weigerte sich oft, alles preis zu geben, doch sie wusste, dass der Erfolg an Bedingungen geknüpft war. In späteren Interviews sagte sie: “Manchmal fühlte ich mich wie ein Stück Fleisch, aber ich wusste, dass meine Seele stärker war als mein Körper.” Die ständige Objektivierung hinterließ Spuren.

 Sophia entwickelte Essstörung, Selbstzweifel, versuchte Kontrolle über ihr Leben zu gewinnen, indem sie das Äußere perfektionierte. Sie wurde zur Silikone, zur unerreichbaren Diva, aber der Preis war ein Leben im goldenen Käfig. Mit dem Erfolg kamen auch Verrat und Neid. Kollegen lästeren, Freunde verschwanden, wenn der Skandal zu groß wurde.

 Selbstenge Vertraute verkauften Geschichten an die Presse. Paparatzi lauerten vor ihrem Hotelzimmer. Privatsphäre gab es nicht mehr. Besonders schmerzhaft. Die Mutter Romilda, die immer an der Seite ihrer Tochter lebte, wurde selbst zur getriebenen, trieb Sophia immer weiter an, verlangte immer mehr Leistung, mehr Perfektion. Die Beziehung wurde von Abhängigkeit, Projektion und unausgesprochener Rivalität überschattet.

 Auch ihre Schwester Maria fühlte sich oft benachteiligt, entwickelte Eifersucht auf die berühmte Sophia. Die Familie, einst ihr einziger Halt, wurde zur weiteren Belastung. Selbstbehauptung und erster Triumph. Oscar für und dennoch leben sie. La Chioiara. Nach Jahren der Demütigung und Ausgrenzung kam 1961 der künstlerische und persönliche Durchbruch für ihre Rolle als Cesira in und dennoch leben sie La Chioiara gewann Sophia Loren als erste Schauspielerin in einer nicht englischsprachigen Rolle den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Doch auch dieser Triumph war doppelt. Die Rolle der vom

Krieg traumatisierten Mutter war für Sophia eine Katarsis. Sie verarbeitete in ihr die Ängste, den Hunger, die Demütigungen der Kindheit. Sie sagte später: “In dieser Rolle war ich wieder das arme Mädchen aus Pozuoli, das ums Überleben kämpft. Der Oscar war Anerkennung, aber auch Mahnung.

 Sopia Lauren war jetzt eine Legende, aber keine normale Frau mehr. Der Preis des Ruhms, der Missbrauch, die Intrigen, die öffentliche Schande. All das hatte sie überlebt. Doch die Narben blieben. Sopia Loren und Carlo Ponti, ihre Geschichte ist eine der berühmtesten und gleichzeitig tragischsten Liebesgeschichten der internationalen Filmwelt. Was wie ein Märchen aus Leidenschaft, Hingabe und gemeinsamer Kreativität klingt, war in Wahrheit jahrzehntelang überschattet von gesellschaftlicher Ächtung, juristischer Verfolgung und tiefer persönlicher Unsicherheit. Als Sophia Anfang der 1950 Jahre auf den 20 Jahre älteren

Produzenten Carlo Ponti traf, war sie gerade einmal 16 Jahre alt, ein Mädchen, das die Narben des Krieges und der Armut noch deutlich in sich trug. Ponti hingegen war ein gestandener Mann, verheiratet, Vater zweier Kinder und dennoch fasziniert von Sopias Ausstrahlung, Intelligenz und unverstellte Art. Schon bald verband die beiden weit mehr als nur ein Arbeitsverhältnis.

Sophia wurde zur Muse, Ponti zum Förderer und Geliebten. Die Beziehung entwickelte sich im Verborgenen, zunächst voller Unsicherheit, heimlichen Treffen, Gesten und Briefen. Doch in der moralischen Enge des Nachkriegs Italiens war ein solches Verhältnis ein Skandal und für eine Frau wie Sopia ein gesellschaftliches Todesurteil. Sophia selbst erinnerte sich später an diese Zeit.

 Es war eine liebe voller Angst, Hoffnung und unendlicher Sehnsucht. Wir mußten ständig auf der Hut sein. Ich fühlte mich wie ein Verbrecher, nur weil ich liebte. Ponti, gebildet, kultiviert und über die Maßen fürsorglich, gab Sophia erstmals in ihrem Leben das Gefühl von Sicherheit und Halt. Doch der Preis dafür war hoch.

 Sie wurde als Fem Fatal, karrieregeeile Verführerin und Ehebrecherin in der Presse gebranntmarkt. In katholischen Italien der 1950ern war das Eheversprechen unantastbar. Scheidung galt als Sünde und war gesetzlich verboten. Jeder Flirt, jedes Gerücht konnte zu gesellschaftlicher Ächtung führen.

 Während Sophia Loren immer bekannter wurde, steigerte sich auch der Druck der Öffentlichkeit und der Kirche. Die Beziehung zu Ponti war längst kein Geheimnis mehr. Immer wieder lauerten Paparazzi vor ihrer Tür. Zeitungen veröffentlichten kompromitettierende Bilder. Die katholische Kirche mischte sich offen ein und Priester wetterten von den Kanzeln gegen Unzucht, Ehebruch und Schamlosigkeit.

 Der gesellschaftliche Druck kulminierte, als Ponti sich entschloss, seine Ehe aufzulösen und Sophia zu heiraten. Doch in Italien war dies unmöglich. Die Scheidung wurde nicht anerkannt. Ponti wich nach Mexiko aus, ließ sich dort scheiden und heiratete Sophia 1957 per Ferntrauung. Doch Italien verweigerte die Anerkennung der Ehe. Beide wurden der Bigamie und unmoralischen Lebensweise bezichtigt.

 Ein Straftat bestand, der mit Gefängnis bedroht war. Sophia und Ponti waren gezwungen, Italien zu verlassen und mehrere Jahre im selbstgewählten Exil in Frankreich zu verbringen. Sophia erinnert sich, wir waren heimatlos, überall auf der Welt willkommen und doch nirgends zu Hause. Die Presse nannte mich eine Mein Name war ein Synonym für Skandal.

 Ich wollte nur lieben wie jede Frau. Diese Jahre waren geprägt von Angst, Isolation, Sehnsucht nach der Heimat. und trotzdem auch von tiefer Zärtlichkeit zwischen den beiden. Während die Welt um sie herum urteilte und verurteilte, hielten Sophia und Ponti an ihrer Liebe fest. Sie arbeiteten weiter gemeinsam an Filmen, flüchteten sich in ihre Arbeit, versuchten eine Art Alltag zu leben.

Doch die Unsicherheit blieb. Jederzeit drohte die Ausweisung. Jederzeit konnte ein Gerichtsverfahren die Trennung bedeuten. Der Druck auf Sophia war immens. Ihre Mutter Roma, stets an ihrer Seite erlitt Nervenkrisen. Die Schwester Maria unter Depressionen.

 Sophia kämpfte an zwei Fronten, als Künstlerin und als Frau. Die Beziehung zu Ponti war für Sophia sowohl Quelle von Kraft als auch von Schmerz. Einerseits war er der einzige Mensch, der sie ganz Verstand und ihr Halt gab. Andererseits war er der Grund für ihre gesellschaftliche Ächtung, die nie enden wollte. Der Spott und die Beleidigungen in der Presse hörten nicht auf.

 Immer wieder wurde Sophia als Mresse, Zerstörerin der Familie oder unmoralisches Idol bezeichnet. Noch schlimmer als die öffentliche Demütigung waren die Einsamkeit und die ständigen Zweifel. Sophia wurde von Schuldgefühlen geplagt, fragte sich immer wieder, ob sie es wert war, so viel Schmerz und Entwurzelung für die Liebe zu ertragen.

 In ihren Memoiren schreibt sie: “Ich lag oft nachts wach und weinte. Ich habe mich gefragt, ob ich Carlo nicht hätte gehen lassen müssen, um seine Familie, meine Mutter, die Ehre zu schützen. Auch Ponti selbst stand unter großem Druck. Seine Familie, seine Kinder aus erster Ehe wandten sich von ihm ab. Er wurde geschäftlich boikottiert, verlor Aufträge und Freunde.

 Dennoch entschied er sich immer wieder für Sophia, ein Beweis für die Tiefe ihrer Bindung, aber auch für die Tragik, dass ihre Liebe ein Leben im Versteckten bedeutete. Unerfüllter Kinderwunsch und der Schmerz des Verlusts. Eine besonders schmerzhafte Komponente dieser Jahre war Sophias unerfüllter Kinderwunsch. In einer Zeit, in der Frauen fast ausschließlich über ihre Mutterschaft definiert wurden, war dies für sie eine Quelle von Schuld und Scham.

Mehrere Fehlgeburten, manche davon unter dramatischen Umständen im Krankenhaus von Paris, stürzten Sophia in tiefe Depressionen. Die Presse stürzte sich auf jedes Detail, titulierte sie als unfruchtbar, als Mannweib, als unvollständige Frau. In Interviews versuchte Sophia tapfer zu lächeln, doch hinter den Kulissen war sie am Boden zerstört.

 Sie schrieb später: “Jedes Mal, wenn ich einen Herzschlag hörte, jedes Mal, wenn ich spürte, dass in mir ein Leben wuchs, keimte Hoffnung auf und jedes Mal wurde sie mir brutal genommen.” Auch Pont lit. Er fühlte sich machtlos, wollte Sophia trösten und ihr die Schuldgefühle nehmen, doch die gesellschaftlichen Erwartungen, die Rolle als falsches Paar machten alles noch schwerer.

 Erst 1966, nach fast 10 Jahren der Unsicherheit und juristischen Tricks, wurde die Ehe zwischen Sophia und Ponti in Frankreich legalisiert. Beide nahmen die französische Staatsbürgerschaft an, um die Bigamianklage zu umgehen. Es war ein Triumph, aber auch ein weiterer Schritt weg von der Heimat, von den eigenen Wurzeln.

 Die italienische Gesellschaft akzeptierte die Ehe weiterhin nur zögerlich. Auch nach Jahren wurde Sophia nie ganz verziehen, was sie der italienischen Familie angeblich angetan hatte. Ihre Rückkehr nach Italien wurde zum öffentlichen Ereignis begleitet von Demonstrationen, Burufen, aber auch von Bewunderung.

 Für viele junge Frauen wurde Sophia zur Heldin, zur mutigen Kämpferin für das Recht auf Liebe und Selbstbestimmung. Für Konservative aber blieb sie eine Provokation. Die Ehe zwischen Sophia und Carlo war nie einfach. Sie wurde immer wieder von Skandalen, Gerüchten und Krisen erschüttert. Es gab Momente der Entfremdlung, Perioden, in denen beide eigene Wege gingen.

 Doch die Loyalität und das Gefühl einander in all der Feindseligkeit und Härte der Welt zu brauchen, verband sie bis zuletzt. Sopia sagte einmal in einem Interview: “Uns Liebe war nie nur Romantik, es war ein gemeinsamer Kampf ums Überleben. Pont unterstützte sie in ihrer Karriere, war oft ihr wichtigster Ratgeber und Kritiker, ihr Geschäftspartner und ihr Zuhause.

 Die Rollen von Ehemann und Manager, Beschützer und Bewunderer, Freund und Liebhaber verschmolzen. Trotz aller Erfolge, Oscars und Weltruhm blieb die Familie für Sophia der wichtigste Halt. Ihr Verhältnis zu ihrer Mutter Romilda war stets ambivalent zwischen Dankbarkeit und Vorwürfen, Bewunderung und Konkurrenz. Die Sehnsucht nach eigenen Kindern wurde zum Leidmotiv ihres Lebens.

 Schließlich nach jahrelangen Versuchen und Rückschlägen brachte Sophia mit über 30 ihren ersten Sohn Carlo Pont Junior zur Welt. Ein Wunder für sie. Wenige Jahre später folgte der zweite Sohn Eduardo. Mit der Zeit wandelte sich das Bild, das die Öffentlichkeit von Sophia hatte.

 Ihr Erfolg, ihre Standhaftigkeit, ihre Eleganz beeindruckten Millionen. Sie wurde zum Innbegriff der italienischen Frau, zur Verkörperung von Leidenschaft, Würde und Schönheit. Ihre Ehe mit Ponti, einst Skandal und Zankapfel. wurde im Rückblick als Beweis großer Treue und echter Liebe gefeiert. Sophia und Carlo blieben bis zu seinem Tod im Jahr 2007 ein Paar. Sie hatte ihm immer verziehen, dass er sie in so schwierige Situationen gebracht hatte.

 Er hatte sie immer bewundert für ihren Mut und ihre Hingabe. Nach Pontis Tod wurde Sophia einsamer, doch sie wußte, daß sie mit ihm ein ganzes Leben geteilt hatte, wie es nur wenige Menschen je erfahren. Nach Jahrzehnten voller Skandale, öffentlicher Verurteilungen und juristischer Hürden kehrte Sopia Loren in den 70er Jahren zurück in ihr Heimatland. Die italienische Gesellschaft hatte sich verändert.

Der Zeitgeist war liberaler geworden, die Trennung von Kirche und öffentlichem Leben nahm zu und die Rolle der Frau im Film wie auch im Alltagsleben, wurde neu definiert. Sophia, längst eine Weltbürgerin, war nun mehr als nur ein Sexsymbol oder eine Projektionsfläche für Moralismus.

 Sie war eine anerkannte Künstlerin, eine Oscargewinnerin, eine selbstbewusste Mutter. Mit jedem öffentlichen Auftritt, jeder neuen Filmrolle, jedem Interview verschob sich ihr Image. Die Presse, die sie einst als Sündern und Fem fatal diffiert hatte, feierte sie jetzt als Vorbild, als Symbol weiblicher Stärke und Resilienz.

 Ihre Rückkehr nach Italien wurde fast wie die Heimkehr einer Königin inszeniert. Doch so sehr sich der Applaus und die Ehrungen auch mehrten, Sophia blieb vorsichtig. Die Verletzungen der Vergangenheit, die Ablehnung, das Mißstrauen der Gesellschaft, all das hatte tiefe Spuren hinterlassen. In den 17 und 60ern und 80ern arbeitete Sophia weiter mit den größten Regisseuren Europas und Amerikas.

 Sie drehte mit Etor Scola, Dino Risi, aber auch mit Charlie Chaplin, die Gräfin von Hong Kong. Sie spielte an der Seite von Marcello Mastroyani, Richard Burton, Peter Sellers und Gregory Peck. Ihre Vielseitigkeit war beeindruckend, von tragischen Mutterrollen über Komödien bis zu aufwendigen Hollywoodpuktionen. Doch mit der Rückkehr nach Italien wuchs auch ihre Sehnsucht nach Normalität.

Sophia wollte nicht mehr nur Diva sein. Sie wollte Großmutter werden, im eigenen Garten Tomaten ernten, abends mit Carlo am Kamin sitzen, aber die Öffentlichkeit ließ ihr nur selten diese Ruhe. Mit dem Alter kamen nicht nur Weisheit und Gelassenheit, sondern auch neue Schmerzen.

 Viele ihrer Weggefährten starben. Die Filmindustrie veränderte sich. Rollen für Frauen jenseits der Ferzig wurden seltener. Sophia, die jahrzehntelang den Anforderungen einer gnadenlosen Branche standgehalten hatte, begann die Schattenseiten des Alterns im Rampenlicht zu spüren. Auch im Privatleben häuften sich die Schicksalsschläge. Ihr Ehemann Carlo Ponti wurde zunehmend gebrechlich.

 Seine letzten Jahre waren von Krankheit und Schwäche gezeichnet. Sophia wich nicht von seiner Seite. Als Ponti 2007 starb, war sie untröstlich. Jahrzehntelang hatten sie gemeinsam allen Widerständen getrotzt. Nun war sie allein. Sophia sagte nach seinem Tod in einem Interview: “Ich habe das Gefühl, als hätte ich einen Teil von mir selbst verloren.

 Carlo war meine Liebe, mein Partner, mein Schutz. Jetzt bin ich zum ersten Mal wirklich allein. Die Einsamkeit wurde zu ihrem ständigen Begleiter. Ihre Söhne waren längst erwachsen und führten eigene Leben. Carlo Junior als Dirigent, Eduardo als Regisseur. Die Mutter Romilda, der sie so viel zu verdanken und zugleich zu verzeihen hatte, starb 1991.

Auch diese Beziehung blieb bis zuletzt ambivalent, geprägt von tiefem Respekt, Schuldgefühlen und gegenseitiger Abhängigkeit. Sopia selbst zog sich mehr und mehr zurück. Sie lebte abwechselnd in Genf, Rom und der französischen Schweiz, Miet, die Öffentlichkeit, ging selten auf Premieren oder Preisverleihung.

 Ihr Zuhause wurde zur Festung, zu einem Ort der Erinnerung und des inneren Rückzugs. Der Glanz der Oscars, der Applaus, die Bewunderung von Millionen. All das konnte die innere Lehre nicht füllen, die Sophia nach dem Tod ihres Mannes und dem Ende der großen Filmjahre empfand. Sie sprach später offen über die Depressionen und die schlaflosen Nächte, die sie in dieser Zeit quälten.

 Die Einsamkeit ist manchmal unerträglich. Ich habe so viel verloren, so viele Freunde, so viele Illusionen. Manchmal frage ich mich, ob der Preis für die Liebe und den Ruhm nicht zu hoch war. Die Öffentlichkeit hatte Sophia Lauren immer als starke Frau gesehen, als Symbol von Würde und Stolz. Doch privat war sie oft voller Zweifel, verletzlich und zutiefst menschlich.

 Sie schrieb Briefe an ihren verstorbenen Mann, hielt stundenlange Telefongespräche mit ihren Söhnen, pflegte alte Freundschaften, wo es möglich war. Die Presse belagerte weiterhin ihr Haus, spekulierte über ihre Gesundheit, ihren Familienstand, angebliche Affären. Doch Sophia ließ sich nicht mehr provozieren.

 Sie wusste, Skandale und Gerüchte waren die Kehrseite ihres Ruhms, aber ihr Leben, ihre Erinnerungen, ihre Liebe gehörten nur ihr allein. Erst in den 1990ern und 2000er Jahren erlebte Sophia Laoren eine Welle der späten Anerkennung, die ihren Lebensweg rückblickend als Heldinnenreise interpretierte.

 Sie erhielt Ehrungen auf der ganzen Welt, von der Ehrenpalme in Kan über den goldenen Löwen in Venedig bis zum Ehrenoscar für ihr Lebenswerk. Hollywood, das sie einst nur als exotische Schönheit betrachtet hatte, feierte sie nun als Grande Dame, als eine der größten Schauspielerinnen aller Zeiten. Bei Preisverleihungen wurde sie mit Standing Ovations empfangen.

 Stars wie Mary Streep, Penelope Cru oder Angelina Jolie nannten sie als Vorbild. Junge Frauen sahen in Sophia nicht mehr nur das Sexsymbol, sondern die mutige, starke, kluge Frau, die sie immer gewesen war. Doch Sophia nahm diese Ehrungen mit Demut und leiser Melancholie entgegen. Sie wusste, all dies war nur die Krönung eines Lebens, das oft schmerzhaft, voller Opfer und einsamer Stunden gewesen war.

 Sie sagte einmal bei einer Preisverleihung: “Was mich am meisten berührt, ist nicht der Applaus, sondern der Gedanke, dass meine Geschichte anderen Frauen Mut machen kann.” Mit dem Alter wurde Sophia Laoren zur Matriarchen ihrer Familie. Sie ist stolz auf ihre Söhne und besonders auf ihre Enkel, mit denen sie gerne Zeit verbringt.

 Ihre Memoiren: Gestern, heute, morgen, mein Leben 2014 wurden ein Bestseller, weil sie darin zum ersten Mal ehrlich und offen über die dunklen Kapitel ihres Lebens sprach, über ihre Ängste, ihre Fehler, die verpassten Gelegenheiten, den Preis des Erfolgs. In Interviews zeigte sie sich reflektiert. manchmal auch streng mit sich selbst.

 Sie sprach über ihre Anfänge im Kriegszerstörten Pozuoli, die Erniedrigungen in Chinita, die Liebe zu Ponti, die Skandale, die Jahre des Exils und über die Kraft immer wieder aufzustehen. Ich habe viele Fehler gemacht, habe Menschen verletzt, wurde selbst verletzt, aber ich habe nie aufgegeben. Das ist mein größter Stolz.

 Auch im hohen Alter blieb Sophia Loren aktiv. Kehrte sie nach 10 Jahren Leinwandabstinenz mit dem Netflix Film Du hast das Leben vor dir. Lavita da Wanti zurück unter der Regie ihres Sohnes Eduardo Ponti. Sie verkörperte eine alternde Holocaust Überlebende, die sich um Weisenkinder kümmert. Der Film wurde weltweit gefeiert.

 Sophia erhielt eine Nominierung für den European Film Award und begeisterte ein neues junges Publikum. Was bleibt von Sophia Lauren? Die meisten werden an die glamurösen Auftritte in Kans und Venedig denken, an die leidenschaftlichen Küsse mit Marcello Mastroyani, die Oscarrede, das berühmte schwarze Kleid. Doch für Sophia selbst sind es andere Dinge, die zählen. Die Erinnerungen an Pozuoli, die Liebe zu Carlo, die Geburt ihrer Söhne, die Freundschaften, die sie durch alle Höhen und Tiefen getragen haben. Sophia hat nie vergessen, woher sie kam.

 Sie unterstützte über Jahrzehnte karitative Projekte, half benachteiligten Kindern in Italien, gründete Stipendien für junge Schauspielerinnen. Sie blieb ihrem Stil und ihrer Herkunft treu, sprach stets mit Stolz über ihre näpolitanischen Wurzeln und wurde zur Botschafterin der italienischen Kultur in aller Welt.

Ihre Resilienz, Ihr Durchhaltevermögen und ihre Bereitschaft, sich immer wieder neu zu erfinden, machen sie zum Vorbild für Generationen von Frauen. Manchmal denke ich, das Leben ist wie ein langer Film. Es gibt tragische Szenen, es gibt Komödien, es gibt Stille und Applaus. Am Ende zählt nur, dass man sich selbst treu geblieben ist.

 Heute weit über 80 lebt Sophia Loren zurückgezogen, umgeben von Familie, alten Freunden, Erinnerungen und der Gewissheit, ein Leben voller Intensität, Mut und Liebe geführt zu haben. Sie ist dankbar, nicht verbittert. Ihr Lachen ist weicher geworden, ihre Worte klüger, ihre Präsenz beeindruckender denn je.

 Sie wird als Symbol für Würde, Schönheit und Unbeugsamkeit in die Filmgeschichte eingehen. Aber vor allem bleibt sie ein Mensch, der gelernt hat, im Scheinwerferlicht zu überleben, ohne seine Seele zu verlieren.